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Problemkindern helfen

Jeanne Meijs will mit ihrem gleichnamigen Ratgeber für Eltern und Erzieher, in dem sie ihre Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Praxis als Therapeutin im Umgang mit der aktiven Bildtherapie vorstellt.

Diese stützt sich v.a. auf die 4 Wesensglieder des Menschen nach Rudolf Steiner und deren Ausbildung im Laufe der kindlichen Entwicklung. Hierbei hinterlassen bestimmte Erfahrungen Bilder in der Seele des Kindes, die sowohl positiv als auch negativ besetzt sein können und unbewusst sein Verhalten bestimmen. Aufgabe der Bildtherapie ist es, diese inneren Bilder zu entschlüsseln und negative durch positive zu ersetzen.

Das Buch ist auch für Laien sehr gut verständlich und v.a. praxisnah geschrieben und eröffnet jedem interessierten Erzieher eine völlig neue Sichtweise auf die Entwicklung der kindlichen Seele. Dabei bleibt er v.a. kein unabhängiger Beobachter, sondern wird persönlich mit einbezogen und aufgefordert, sich selbst immer wieder auf den Weg zu machen. Auch hierzu werden am Schluss des Buches Hilfestellungen angeboten.

Ein packendes Büchlein, das sehr empfohlen werden kann.

Aus: Jugendschriftenausschuss Mittelfranken. Durch: Sieglinde Müller

 

Problemkindern helfen durch Spielen, Malen und Erzählen

„Bilder sprechen die Sprache der Seele und überwinden die Brandmauer, die sich das Kind aufgebaut hat. Den Bildern ist auch eine undurchlässig gewordene Seelenhaut kein Hindernis, denn sie gehen unter die Haut und wirken dort heilend.“

 

Margareta Morgenstern beschreibt die Geste Michael Bauers, die immer wie ein Dank an den Baum war, wenn er einen Apfel pflückte. Dieses Bild taucht in meinem Gedächtnis wieder auf, wenn in Gelegenheit habe, Obst zu ernten. Es könnte sich lohnen, der Frage nachzugehen, wie und welche Bilder, die wir in irgendeiner Weise mit den Sinnen aufgenommen, noch Jahre später in unserer Seele lebendig und wirksam sind.

 

Jeanne Meijs bringt in ihrem Buch „Problemkindern helfen“ das Bleispiel, da an dem Geburtstag des Kindes alle Familienmitglieder um sein Bett stehen und singen, nur um dem Kind eine Freude zu machen, aus Liebe zu ihm; und sie schildert, dass diese Welle der Wärme einen bleibenden Eindruck in der Seele des Kindes hinterlasst. Können wir bewusst solche positiven Bilderlebnisse schaffen, um gegen die leider auch einwirkenden negativen Bilder ein Gegengewicht zu finden? Würden vielleicht weniger „Problemkinder“ heranwachsen, wenn die Erwachsenen die kosmischen Kräfte, die noch um jedes kleine Kind weben, mehr im Bewusstsein hätten, und so die Seelenhaut, von der Frau Meijs spricht, sich langsamer und harmonisch bilden könnte, die jeder Heranwachsende zum Schutz um sich schließt? Das kleine Buch wäre also auch lesenswert, ehe die Problemkinder uns gegenüberstehen.

 

Der 2. Teil behandelt dann Therapie als Hilfe im konkreten Fall in drei verschiedenen Formen: durch Spielen, Malen und Erzählen. Die einzelnen Therapiearten werden an Beispielen anschaulich erläutert. Sehr aufschlussreich und zugleich tief erschütternd ist die Schilderung eines 8-jährigen Jungen, der jede Sitzung mit dem Zeichnen eines schwarzen, mit Gittern versehenen Schlosses anfing und beendete, und wie es dem Therapeuten schließlich gelang, das „Haus“ des Kindes langsam zu öffnen. Wenn erreicht wird, dass die Therapie „unter die Haut geht“, und die vorzeitig eingeschlossene Seele wieder atmen kann, ist die Grundlage für eine gesunde Lebensentwicklung gelegt. Es ist leicht einsehbar, dass eine solche Behandlung hohe fachliche und moralische Anforderungen an den Therapeuten stellt.

 

Der 3. Teil des Buches bringt eine große Anzahl von „Märchen für unsere Zeit“, d.h. mit einem Hinweis auf ihren helfenden Wert. Diese Anregungen können Eltern und Erzieher in die Lage versetzen, Wege zu finden und mutig zu gehen, um den Kindern heute Sicherheit zu geben, trotz der ihnen entgegenkommenden Schwierigkeiten ihre eigenen Möglichkeiten und die aus einem höheren Bewusstsein gefassten Aufgaben so gut er irgend geht zu verwirklichen.

Aus: Trigonal, juli 1996. Durch: Waltraut Tacke.

 

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